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Minuten

Besser schlafen: Was abends wirklich hilft

Besser schlafen beginnt oft vor dem Zubettgehen. Erfahre, welche Gewohnheiten Schlaf fördern und was bei Grübeln, Handy und unruhigen Abenden hilft.

A bedroom in cozy light
Autor/in
Eva Mendel
Redakteurin bei wellfy
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Guter Schlaf beginnt selten erst in dem Moment, in dem das Licht ausgeht. Häufig entscheidet der Abend davor: Wie viel Reiz war noch da? Wie voll ist der Kopf? Wie spät kamen Arbeit, Handy, Essen, Alkohol oder Streit?

Warum Schlaf so störanfällig ist

Schlaf braucht Sicherheit, Rhythmus und sinkende Aktivierung. Stress macht das Gegenteil: Der Körper ist wacher, Gedanken springen schneller an, der Puls bleibt höher, und kleine Geräusche oder offene Aufgaben wirken größer.

Auch Licht, Koffein, Alkohol, schwere Mahlzeiten und spätes Scrollen können Schlaf stören. Sie halten den Körper länger aktiv oder machen die Nacht unruhiger. Schlafprobleme werden besonders zäh, wenn man im Bett lange wach liegt und das Bett immer stärker mit Grübeln verbindet.

Regelmäßigkeit schlägt perfekte Routinen

Ein ähnlicher Schlafrhythmus hilft dem Körper, müde zu werden. Es muss nicht jeden Tag exakt dieselbe Uhrzeit sein, aber starke Schwankungen machen Einschlafen oft schwerer.

Praktisch heißt das:

  • ungefähr zur gleichen Zeit aufstehen
  • abends eine feste Runterfahrphase einplanen
  • Arbeit nicht bis direkt vor dem Schlafen ziehen
  • Licht am Abend reduzieren
  • morgens Tageslicht mitnehmen

Vor allem die Aufstehzeit stabilisiert den Rhythmus. Wer am Wochenende sehr lange ausschläft, verschiebt oft den nächsten Abend mit.

Das Handy früher weglegen

Das Handy ist abends selten nur ein Gerät. Es bringt Nachrichten, Arbeit, Konflikte, Unterhaltung, Vergleiche und neue Reize ins Bett. Dadurch bleibt der Kopf länger aktiv.

Hilfreiche Regeln:

  • Handy nicht im Bett laden
  • Benachrichtigungen abends ausschalten
  • keine Mails und Social Media im Bett
  • statt Scrollen eine kurze, ruhige Tätigkeit wählen

Wenn das Handy als Wecker dient, kann es außerhalb der direkten Reichweite liegen. Der Abstand macht einen Unterschied.

Grübeln vor dem Schlafen auslagern

Viele Menschen werden abends ruhig genug, um endlich alles zu hören, was tagsüber liegen geblieben ist. Offene Aufgaben, peinliche Momente, Sorgen und Entscheidungen kommen dann gesammelt hoch.

Eine kurze Liste vor dem Schlafen hilft:

  1. Was ist noch offen?
  2. Was ist der nächste Schritt?
  3. Wann kümmere ich mich darum?

Damit sind die offenen Punkte festgehalten. Nicht alles ist gelöst, aber es muss nicht im Bett weiter sortiert werden.

Koffein, Alkohol und Essen

Koffein wirkt bei vielen länger, als sie denken. Kaffee am Nachmittag kann abends noch stören. Wer empfindlich reagiert, testet am besten eine klare Grenze, zum Beispiel keinen Kaffee nach 14 Uhr.

Alkohol kann müde machen, verschlechtert aber häufig die Schlafqualität. Man schläft vielleicht schneller ein, wacht aber eher auf oder schläft unruhiger.

Auch sehr schwere Mahlzeiten direkt vor dem Schlafen können stören. Ein normales Abendessen ist kein Problem. Entscheidend ist, ob der Körper im Bett noch stark mit Verdauung, Durst oder Völlegefühl beschäftigt ist.

Das Schlafzimmer einfacher machen

Schlaf wird leichter, wenn die Umgebung passt. Die wichtigsten Punkte sind simpel:

  • dunkel genug
  • eher kühl
  • möglichst ruhig
  • bequeme Matratze und Kissen
  • wenig Arbeitszeug im Blickfeld
  • Bettwäsche, in der du dich wohlfühlst

Wer nachts aufwacht, sollte nicht sofort helles Licht einschalten oder aufs Handy schauen. Beides macht den Körper wacher.

Wenn du lange wach liegst

Langes Wachliegen macht Druck. Viele Schlafleitlinien empfehlen, das Bett bei anhaltender Wachheit kurz zu verlassen und erst zurückzugehen, wenn Müdigkeit wiederkommt [1]. Das Bett soll wieder stärker mit Schlaf verbunden sein.

Was tagsüber hilft

Die Nacht hängt auch am Tag. Tageslicht, Bewegung und Pausen unterstützen den Schlafrhythmus. Regelmäßige körperliche Aktivität kann Schlafqualität verbessern [2].

Hilfreiche Tagespunkte:

  • morgens Licht bekommen
  • tagsüber bewegen
  • nicht jede Pause am Bildschirm verbringen
  • Stress früher abbauen
  • Nickerchen kurz halten oder weglassen, wenn sie den Nachtschlaf stören

Besserer Schlaf entsteht oft aus mehreren kleinen Signalen, nicht aus einem perfekten Abend.

Wann Schlafprobleme abgeklärt werden sollten

Hol dir ärztliche oder therapeutische Unterstützung, wenn Schlafprobleme über Wochen anhalten, du tagsüber stark eingeschränkt bist oder Schnarchen, Atemaussetzer, starke Unruhe in den Beinen, Panik oder depressive Beschwerden dazukommen.

Auch Schlafmittel sollten nicht dauerhaft auf eigene Faust genommen werden. Bei anhaltender Insomnie gilt kognitive Verhaltenstherapie als wichtige Behandlungsempfehlung [1].

Wie der wellfy Achtsamkeitskurs dazu passt

Schlafprobleme hängen oft mit Stress und Gedankenkreisen zusammen. Achtsamkeit kann helfen, früher zu merken, wann der Kopf wieder in Problemplanung geht, und den Körper bewusster zu beruhigen.

Der wellfy Achtsamkeitskurs läuft über 8 Wochen. Pro Woche gibt es zwei Videos, die zusammen etwa 45 Minuten dauern, plus eine exklusive Audio-Meditation pro Modul. Die Übungen sind auf regelmäßiges Training im Alltag ausgelegt.

Der Kurs ist als Präventionskurs nach § 20 SGB V zertifiziert. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen ihn, wodurch bis zu 100% Rückerstattung möglich ist.

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Häufige Fragen zum besseren Schlafen

Was hilft schnell beim Einschlafen?

Hilfreich sind gedimmtes Licht, Handy weg, ruhiges Ausatmen und eine kurze Liste für offene Gedanken. Wenn du lange wach liegst, steh kurz auf und kehr erst zurück, wenn Müdigkeit wiederkommt.

Warum kann ich abends nicht abschalten?

Oft ist der Tag bis kurz vor dem Schlafen zu aktiv: Arbeit, Handy, Gespräche, Aufgaben und Sorgen laufen ohne Übergang weiter. Eine feste Runterfahrphase und eine Aufgabenliste für morgen können helfen.

Ist Schlaf vor Mitternacht wichtiger?

Nicht die Uhrzeit allein entscheidet, sondern Schlafdauer, Regelmäßigkeit und Schlafqualität. Für viele ist früher schlafen trotzdem hilfreich, weil der Rhythmus stabiler wird und morgens weniger Druck entsteht.

Sollte ich bei Schlafproblemen tagsüber schlafen?

Kurze Nickerchen können helfen, wenn du sehr müde bist. Wenn du dadurch abends schlechter einschläfst, lass sie weg oder halte sie sehr kurz und nicht zu spät am Tag.

Wann sollte ich mit Schlafproblemen zum Arzt?

Wenn die Probleme mehrere Wochen bleiben, du tagsüber stark müde bist oder Atemaussetzer, starkes Schnarchen, Panik, depressive Beschwerden oder starke Beinunruhe dazukommen, solltest du es abklären lassen.

Quellen

[1] Riemann, D., Baglioni, C., Bassetti, C., et al. (2017). European guideline for the diagnosis and treatment of insomnia. Journal of Sleep Research, 26(6), 675-700. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28875581/

[2] Kredlow, M. A., Capozzoli, M. C., Hearon, B. A., Calkins, A. W., & Otto, M. W. (2015). The effects of physical activity on sleep: a meta-analytic review. Journal of Behavioral Medicine, 38, 427-449. https://doi.org/10.1007/s10865-015-9617-6

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